Mallorca Classics 2011

Einen ganz starken Auftritt zweier unserer Fahrer gab es auf Mallorca. Im Zuge eines Trainingslagers auf Malle nahmen Tino Beck und Dennis Rössl an den diesjährigen "Mallorca Classics" teil.

Das Rennen ging über 150 km und es mußten 2300 Höhenmeter bewälltigt werden. Unter anderem gald es den Coll de Piug Major und den Coll de Soller zu bezwingen. Jeder, der schon einmal auf Mallorca im Trainingslager wahr, kennt diese Berge. Am Ende konnte Dennis einen respektablen 38. Platz erreichen und Tino fuhr wie entfesselt auf den 3. Platz seiner Altersklasse. Viele Teams nutzen dieses Rennen um in Form zu kommen und so kämfte man gegen namenhafte Konkurrenz wie Kai Hundertmark und Jörg Ludewig.

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Tino bei der Siegerehrung (re.)

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Tino mit "Altmeister" Erik Zabel

Ergebnisse

Malle 2011

Wir sind gut auf Malle bei super Wetter gelandet und haben unsere erste Fahrt nach Petra hinter uns.

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Neue Trainingszeiten

Da wir ja wieder Sommerzeit haben gelten folgende neue Trainingszeiten:

           Dienstag und Donnerstag um 17.00 Uhr bzw. 18.15 Uhr
           Sonntag um 9.30 Uhr

Treffpunkt ist wie immer am Teich zwischen Ebendorf und Dahlenwarsleben.

Saisonbeginn

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Die noch junge Saison beginnt mit einem Sieg von Tino Beck beim 10. Paul-Dinter-Gedenkrennen - Einzelzeitfahren über 10,5km - Saisoneröffnung 2011 in Märkisch Buchholz. Tino siegte vor Jörn Reuß und Henrik Barth in der Klasse Sen.2 und konnte auch in der Gesamtwertung einen starken 2. Platz hinter Daniel Schaal belegen.

Muhlis Bericht von Mailand – San Remo

Prolog

Ein Gedanke wird geboren:
September 2009, irgendwo auf der A 14: im Wohnmobil sitzen Thomas und Robert Wagner, Torsten Riethig und Dennis Rössl am Tisch. Alle sind gerade den Radmarathon Leipzig-Berlin-Leipzig gefahren.450 km am Stück und nun wohl dieses „Gebräu“ aus Endorphinen und Radeberger Pils. Dazu noch (Rest)- Adrenalin veredelt die Mixtur. “Mailand-San Remo“, es klang fast trotzig, irgendwie ohne Ehrfurcht. Mich ließ es fast gegen die Leitplanken fahren und Gedanken wie:
„Vatos locos-Verrückte Kerle“ gingen durch meinen Kopf.

Mailand-San Remo

Jeder Radsportfreund schnalzt beim Gedanken an dieses Rennen mit der Zunge. Namen wie Eddie Merckx, der siebenmal gewann, Girardengo oder auch Eric Zabel, später Cipollini, Petacci oder Freire fallen dem Beobachter ein. “La classicissima “ wird dieser Klassiker respektvoll genannt. der Begriff “ La primavera“-Fahrt in den Frühling wirkt angesichts der knapp 300 Kilometer und einigen satten Anstiegen eher harmlos.
Der Gedanke, geboren in der besagten Bierlaune, haftete sich fest in den Köpfen der Protagonisten Thomas Wagner und Dennis Rössl fest. Wer beide kennt weiß: Freude am Radsport und gesunder Ehrgeiz ist ihr Antrieb, weißgott keine Sprücheklopfer.
Und Leidenschaft kann anstecken: Thorsten (Schnappi) Kholepp und Ingo (Lemmy) Lehmbruch erlagen dem Fieber. Ebenso Steffen (Michel) Michler und später Wolfgang (Wolle) Hagel. Als Fahrer und Betreuer war ich sehr gern dabei.
Die Vorbereitungen ,wie Anmeldung, Mieten eines Wohnmobils, Campingplatzsuche etc. liefen auf Hochtouren. Plötzlich die Hiobsbotschaft: Thomas Wagner musste verletzt passen! Ein herber Verlust, ist er doch einer der Initiatoren und auch als Typ immer eine Bereicherung und stets angenehmer Sportfreund.
Wolle sprang ein und am 02. Juni stand das Wohnmobil vor Lemmys Radladen. Am frühen Abend dann der Start für den Trip nach Mailand.
Das Rennen war noch 1000 Kilometer weit weg, den Jungs schmeckte das Bier und der Ramazotti , dem Fahrer wuchsen die Flügel vom roten Bullen. Ein Stück durch Österreich ,ein par Kilometer durch die Schweiz, Frühstücks- und Kaffeepause ; Freitag früh um elf dann die Ankunft in Mailand.
Ein Bier für den Fahrer! Mitten in Italien, also jetzt mal Pasta! Falsch. Leckere „Königsberger“ von Dennis. Auch irgendwie Dolce Vita.
Später dann: Lage checken, Espresso vom Feinsten. Der Campingnachbar grillt Fisch. Muhli, der Fahrer, kennt den Geschmack von Doraden. Lemmy nutzt dieses Wissen zum Smalltalk. Italiener sind halt unkompliziert. Es folgt wie selbstverständlich die Einladung zum Fisch. Später auch zur abendlichen Party. Lemmy mittendrin – ein Familienmitglied – La Familia!
Am Sonnabend ging es dann per Rad zur Ausgabe der Startnummern. Anschließend lecker essen, diesmal auch Pasta. Die Kulturbanausen unter uns werden namentlich nicht erwähnt und nach ein wenig Überzeugungsarbeit radeln wir dann doch noch zum Mailänder Dom und den Vittorio Emanuele Arkaden. San Siro und Meazza-Stadion - gigantisch , heilige Stätten des Fußballs!

Die Gedanken der Jungs sind doch jetzt schon beim Rennen, das spürt man. Schnelles Abendbrot und leider viel zu wenig Schlaf.

Nach einem hastigen Aufbruch um 05.30 die Fahrt zum Start. Jetzt bestimmt das Herzklopfen der Jungs den Takt, im Kopf der Turchino, Cipressa und der Poggio…

Endlich, knapp 800 Pedalpaare klicken pünktlich um 07.00 Uhr. Der Startschuss! Jetzt schon 22 Grad warm, es sollte ein sonniger Tag werden, später 26 Grad mit guten Windverhältnissen.
Der Tacho zeigt kurz nach dem Start schon knapp 40 km/h. Die ersten Fahrer müssen reißen lassen, ab und zu ein Sturz.
Km 100 : Unsere Jungs rollen im ca. 300 Fahrer starken Hauptfeld gut mit. Gelegentlich leuchtet eins unserer hellblauen Trikots aus der bunten Masse hervor. An Voghera und Tortona vorbei, Richtung Campo Ligurien schlängelt sich das Fahrerfeld durch die italienische Ebene.

Die „Wahrheit“ dann am Passo del Turchino nach etwa 140 km. Das Feld zerreißt und nach 400 überwundenen Höhenmetern geht es rasant bergab mit atemberaubender Abfahrt nach Genua. Ernüchterung dann in Voltri, der geplanten Verpflegungstelle : das Begleitfahrzeug steht in Genua im Stau, dieser Sommertag lädt zu viele Badelustige in die Küstenorte. Die Jungs wissen sich zu helfen, nutzen sich bietende Gelegenheiten, um ihre Flaschen aufzufüllen. An der Riviera entlang bläst der Wind nun von vorn. Malerische Ortschaften mit tollem Blick aufs Meer trügen das Geschehen; die Straßen sind sehr eng. Eine schier endlose Blechkarawane begleitet die Radsportler und lassen Verkehrsregegeln außer acht, rote Ampeln werden ignoriert. Aber auch das ist Italien und es geht immer irgendwie weiter. Es ist Nachmittag, die Fahrer erreichen nach ca. 270 km Impera am Fuße Cipressa`s. Diesen 5,6 km steilen Anstieg respektieren selbst die Profis. Schweißgebadet fliegen die Fahrer nach dieser Quälerei mit 50 km/h hinab, vor sich noch einmal 4 km bis zum Schlussanstieg zum Poggio noch einmal 3,7 km hinauf…

Km 298 :   GESCHAFFT !

Dennis und Lemmy sind schon im Ziel. Das Begleitfahrzeug mit Steffen und Wolfgang, die leider aufgeben mussten, folgt Schnappi, der sich mit einem Holländer „gepaart“ hat, die letzten Kilometer zum Ziel in San-Remo…
Am Zielbogen dann erschöpfte, glückliche und auch stolze Gesichter. Der Italiener Michele Mascheroni siegt in 7 std. 49 min. und 21 sek. Mit einem Schnitt von 37,58. Dennis wird 192. in 9 Stunden 09 Minuten und 49 Sekunden im 32er Schnitt, Lemmy wird 222. in 9:19.47 /31,51 Schnitt und Schnappi wird 359. in 10:01.34 /29,32 Schnitt.

Unabhängig von Platzierungen und Zeiten – Hut ab vor diesen Leistungen!

Eine Stunde Später: Den Jungs ist äußerlich nichts anzusehen, jedoch Sightseeing in San –Remo fällt aus! Das Bier schmeckt jetzt besonders gut, sie haben es sich redlich verdient. Wir essen noch irgendwo am Meer zu Abend. Es ist fast Mitternacht als wir die 1400 km lange Heimreise antreten. Die Jungs liegen im Wohnmobil, in ihren Gedanken wohl dieser Tag, die schmerzenden Muskeln erinnern an jeden Kilometer. Langsam wird es still hinter mir…

Ich erinnere mich an jenen Tag auf der A14, als diese Idee geboren wurde.

Irgendwer hat mal geschrieben: „Helden, die Ruhm ernten wollen , suchen sich den richtigen Tag, um zu sterben.“

Vielleicht zuviel Pathos, nun gut. Es ist ja auch niemand gestorben, jedoch Helden waren die Jungs schon – an diesem Tag….

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Epilog

Die anfänglichen Bedenken des Verfassers bezüglich der Truppe und der doch unterschiedlichen Charaktere auf so engen Raum haben sich nicht bestätigt. Wir hatten eine tolle Zeit mit super Typen!

Und augenzwinkernd noch folgende Weisheiten:
Elektriker können ganz passabel kochen, Schiffeversenken ist ein Spiel, Schiffezählen jedoch täglich bitterer Ernst und nach 20 Semestern Studium weiß man : die Marinade vom Grillfleisch kann man im Wassereimer abspülen – wenn man es denn mag.…jeder hat ein wenig dazugelernt

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